Blog - Infos und Tipps rund um Wein und Genuss

Gut Ding braucht Weile - so lagern Sie Ihren Wein richtig

Nicht jede Weinliebhaberin oder jeder Weinliebhaber verfügt über einen eigenen Weinkeller, in dem die Schätze sicher gelagert werden können. In Mietwohnungen finden Weine eher im Wohnzimmer oder in der Küche ihr längerfristiges Zuhause. In Kellerverschlägen teilen Sie sich den kaum vorhandenen Platz mit halbleeren Farbeimern, Lösungs- und Putzmitteln, Gasbrennern und Stromzählern.

 

Gut, werden Sie vielleicht sagen, aber woran erkenne ich denn einen geeigneten Lagerort?

 

Dazu möchte ich Ihnen einige Dinge verraten, die Weine aus Erfahrung NICHT mögen:

  • Licht
  • Erschütterungen
  • Kälte und Hitze
  • W-Lan, Bluetooth, Mikrowellenöfen u. ä. in unmittelbarer Nähe
  • chemische Lösungsmittel in unmittelbare Nähe
  • Dauerkontakt mit dem Korken

Aus den ersten fünf Punkten ergeben sich die Bedingungen, die ein geeigneter Lagerort erfüllen sollte.

 

Suchen Sie sich also bitte ein dunkles, ruhiges Plätzchen, das möglichst wenig Temperaturschwankungen ausgesetzt und möglichst weit weg von Routern, Repeatern, Sicherungskästen und Mikrowellenöfen entfernt ist. Eventuell dort lagernde Lösungsmittel und Farben sollten dann an einem anderen Ort aufbewahrt werden.

 

Und was hat es mit dem letzten Punkt auf sich?

 

Nun, es dürfte einleuchten, dass ein liegender Wein mit dauerhaftem Korkkontakt auch gute Chancen auf einen Korkschmecker hat!

 

Daraus ergibt sich meine dringende Empfehlung, die Weine stehend zu lagern.

Und ja, der Korken bleibt auch so feucht genug, flexibel und dicht!

Das hat die Hochschule für Weinbau in Geisenheim in langjährigen Versuchen bestätigt. Die Außenbedingungen bleiben bei liegender und stehender Lagerung für den Korken gleich.

Daraus ergeben sich auch interessante Rückschlüsse zum Thema Schraubverschluss kontra Korken - aber dieses Thema werde ich im nächsten Beitrag behandeln.

 

Diese Empfehlungen sind für Lagerzeiten oberhalb von vier Wochen besonders wichtig.


Schraubverschluss vs. Korken - Was verschließt Weinflaschen besser?

Schraubverschlüsse auf Weinflaschen - für viele Weintrinker immer noch ein No-Go.

 

Dennoch werden immer mehr Weinflaschen, besonders im unteren und mittleren Preissegment, mit Schraubverschlüssen ausgestattet.

 

Was ist also dran am Schraubverschluss - und ist er genauso gut wie ein Korken?

 

Zunächst möchte ich differenzieren: Schraubverschlüsse für Weinflaschen unterscheiden sich von jenen für Sprudel, Cola und Co durch ihre höhere Gewindezahl und eine hochwertigere Silikondichtung. Diese Dichtigkeit des Schraubverschlusses ist ein wichtiger Unterschied zum Korken. Der andere Unterschied ist seine chemische Stabilität und somit auch Geschmacksneutralität.

 

Und der Korken?

 

Sie haben bestimmt gelernt, dass der Korken der beste Verschluss für Weinflaschen sei, und dass er das auch schon seit sehr langer Zeit eindrucksvoll bewiesen hat.

 

Ja, stimmt, hat er - unter bestimmten Voraussetzungen.

 

Er ist eine tolle Erfindung aus der Frühzeit der Weinherstellung und war damals alternativlos. In jener Zeit ohne Umweltverschmutzung und geringem Weinkonsum war Kork für die damals produzierten Weine ein Geschenk des Himmels. Die Weine schmeckten noch erheblich säuerlicher, herber und dünner als heutige Billigweine. Sie wurden deshalb oft verdünnt mit Wasser getrunken. Mit Hilfe einer leichten Oxidation des Weins mit der Zeit durch die nicht ganz dichten Korken wurden die Weine damals schlicht trinkbarer. Bis heute hat sich auch deshalb der Glaube gehalten, dass ein guter Korken atmen müsse.

 

Seit jener Zeit ist auch das Phänomen des Korkschmeckers bekannt - wenn auch in weit seltenerem Vorkommen als heute. Als Richtlinie können Sie 1 von 1000 - 5000 Flaschen nehmen. Heute sprechen erfahrene Weinspezialisten und Kritiker von 2-10 von 100 Flaschen mit Korkschmecker!

 

Die Umweltverschmutzung, chemische Verunreinigungen, der weltweit stark gestiegene Weinkonsum und die damit verbundene Nachfrage nach Naturkorken, sowie der nicht vergrößerte Bestand an Korkeichen, sind einige Faktoren für die verschlechterte Korkqualität.

 

UND: Kork ist ein teurer Rohstoff! Der günstigste Naturkorken kostet den Winzer mehr als 35 Cent. Der teuerste Korken geht mit mehr als 2 Euro über die Ladentheke. Echte Kostenfaktoren also, bei denen heutzutage natürlich auch "Nutzungsoptimierungen" durchgeführt werden.

 

Es werden also Korken für unterschiedliche Haltbarkeitsanforderungen selektioniert.

Die halten statistisch ausgewertet bis zum vorgegebenen Haltbarkeitsdatum in der Mehrzahl ausreichend gut. Danach verschlechtern sie sich exponentiell mit der Zeit - siehe 2 - 10 % Korkfehler!

 

Wie in meinem vorherigen Beitrag schon erwähnt liegt hier genau der wichtigste Grund für meine Empfehlung, Wein stehend zu lagern. 

 

Oder noch besser: Ändern Sie ihre Meinung zu Weinen mit Schraubverschlüssen. Dann bekommen Sie genau die Qualität, für die Sie auch bezahlt haben.

Der Winzer spart zudem Kosten und wird Ihnen somit auch noch das bessere Angebot machen können.

 

Ich zitiere mal einen mir bekannten Winzer: " Ich arbeite doch nicht Tag für Tag in der Steillage für meinen besten Wein, nur um ihn dann dem schlechten Korken zu opfern!"

 

Und es gibt noch einen Punkt in diesem Spiel: Sowohl der Winzer, als auch der Händler können von außen nicht erkennen ob ein Korken gut oder schlecht ist. Oft sind es die Weinhändler, die Korkweine ersetzen, obwohl sie die Verantwortung nicht tragen. Schließlich hat der Kunde ein Recht auf den trinkbaren Wein, für den er bezahlt hat.

 

Sie sehen: Der Schraubverschluss auf Weinflaschen ermöglicht allen Parteien eine

Win-Win-Win Situation und ist somit das beste, günstigste und modernste Verschlussystem!

 

PS: Der Glasverschluss ist dem Schraubverschluss qualitativ ebenbürtig.

Er ist jedoch teurer in der Anschaffung, sieht aber auch wertiger aus.


Wie passen Thailändische Küche und Wein zusammen?

Sehr häufig werde ich im Geschäft nach passenden Weinen zur thailändischen Küche gefragt.  Das Match ist nicht so einfach, alleine wegen der Schärfe und der vielen ungewöhnlichen Gewürze.

 

Ich orientiere mich hauptsächlich am Schärfegrad der Speisen. Je schärfer eine Speise ist, desto süßer sollte der gewählte Wein zum Essen sein. Süße balanciert die Schärfe aus! Gut bewähren sich deshalb hier die halbtrockenen bis süßen Weine aus Deutschland.

Weißburgunder     Hellseher     Leuchtstoff

 

Gute Ergebnisse gibt es auch mit Rosés, da sollte das Gericht jedoch etwas weniger Schärfe aufweisen.

Ménard rosé    Weißherbst    Durchblick

 

Einen Spezialtipp habe ich in einer Weinfachzeitschrift gelesen. Probieren Sie diesen Tipp mal mit Frühlingsrollen oder anderen asiatischen Gemüsegerichten aus - Sie werden überrascht sein!

Cavalier Sekt brut -  im Weinglas serviert!

 

Sekt zum thailändischen Essen? Aber immer!

Ein Sekt, der brut ausgebaut ist, hat wegen seiner Kohlensäure einen halbtrockenen Wein als Basis. Mit seiner im Weinglas reduzierten Perlung ist er eine leichte und lebendige Begleitung zu diesen aromatischen und leichten Gerichten. Und paßt auch noch erstaunlich gut zur beliebten Sojasoße.

 

Wie immer lohnt es sich, etwas mit verschiedenen Weinen zu experimentieren - die ein oder andere kulinarische Überraschung wartet in jedem Fall auf Sie.


Das sollten Sie bei der Kombination von Fleisch und Wein beachten

Alle Jahre wieder werde ich in der Weihnachtszeit nach passenden Weinen zu Wildgerichten gefragt. Ich möchte deshalb an dieser Stelle einen kleinen Leitfaden für die Auswahl bereitstellen.

 

Ich höre häufig noch den Rat: Würzige Speise braucht würzigen Wein!

 

Meine Idee dazu ist:

 

Würziges Essen liebt fruchtigen Wein und

Wenig gewürztes Fleisch mag charaktervollen Wein.

 

Häufig werden zu einem mariniertem Rehrücken Preiselbeeren und Birnen gereicht und so dem würzigen Fleisch eine herb-fruchtige Komponente zur Seite gestellt. Das funktioniert mit einem eher fruchtbetonten, trockenen Rotwein auch hervorragend. Auch bei entsprechenden Lamm- und Ziegenfleischgerichten.

 

Umgekehrt passen feine, nicht zu kräftige, würzige Rotweine hervorragend zu Fleischgerichten, die ohne viel Gewürze auskommen. 

 

Zu Hirsch und Reh empfehle ich einen schönen Rhônewein, zum Lammkotelett einen feinen Bordeaux.

Aber natürlich gibt es auch andere schöne Kombinationen. Je nachdem, wo das Rezept herkommt, Frankreich, Spanien, Italien oder Deutschland ... mit einem Wein aus dem entsprechenden Land können Sie wenig falsch machen!

 

Und nun viel Spaß beim Kochen und Genießen!


Welche Weine passen zum Zwiebelkuchen? Alternativen zum Federweißer

Ja, ist denn schon wieder Federweißerzeit? Mitten im Sommer? Bei 32°C im Schatten?

Ist doch normalerweise erst im Herbst angesagt, oder?

 

Genau! Das sind heute die Reaktionen der Kunden, wenn sie Ende August den ersten Federweißen im Regal der Supermärkte entdecken. Aber wie ist es dazu gekommen?

 

Heute ist der Anbau und Verkauf von Federweißen ein eigenständiges Geschäft. Deshalb werden heute früher reifende Rebsorten angebaut und für den Federweißen benutzt, als noch vor 10-15  Jahren. Die deutschen Winzer wollen so ihre Edelrebsorten für die Weinbereitung alleine nutzen und früher im Geschäft sein und den südeuropäischen Anbietern Konkurrenz machen. Die bringen nämlich zum Gären gebrachten Most des Vorjahres als Federweißen auf den Markt!

 

Auch die Herstellung von Federweißen ist bei innovativen Winzern heute ganz anders als noch vor wenigen Jahren:

der Most wird leicht filtriert mit Reinzuchthefen zum Gären gebracht. Der resultierende Federweiße ist viel duftiger und verträglicher als früher - Verdauungsprobleme gehören damit der Vergangenheit an.

 

Einen Trend habe ich in den letzten Jahren bei meinen Kunden beobachtet: Sie trinken Federweißen kaum gegoren und damit sehr süß. Kann man natürlich machen, wenn es so schmeckt. Das hat mit Federweißen im ursprünglichen Sinne jedoch wenig gemein.

 

Der hat seinen Namen von der federweißen Farbe, die er ab einem Alkoholgehalt von circa 3%Vol. annimmt.

Dann schmeckt der Federweiße lebendig, frisch und fruchtig -  und paßt damit perfekt zu einem leckeren Zwiebelkuchen!

 

Die Zwiebeln haben nach dem Backen einen leicht süßlichen Geschmack - genau dort findet das Match mit der Restsüße des Federweißen statt!

 

Dort setzen auch meine Weinempfehlungen zum Zwiebelkuchen an:

 

Riesling    Müller-Thurgau    Hellseher    Weißburgunder

 

Tipp: machen Sie doch mal eine leicht scharfe Kürbissuppe für Ihre Gäste, die keine Zwiebeln vertragen oder mögen.

Meine Weinempfehlungen passen auch zu diesem Gericht.

 

Und nun viel Freude mit Ihren Zwiebelkuchenpartys!


Tipps für einen kulinarischen Herbst

Jedes Jahr kommt er schneller als gedacht - der Herbst.

 

Und damit nähert sich auch die Zeit der Winzerfeste in den deutschen Anbaugebieten. Es sind so etwas wie die Erntedankfeste der Winzer, die viele Weinfreunde Jahr für Jahr magisch anziehen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es kurzfristig nur noch mit Glück.

 

Und was servieren die Winzer ihren weinseligen Gästen?

 

Eine leckere Versperplatte nach Winzerart!

Also Graubrot, Butter, Wildschweinschinken, Blut- und Leberwurst, Schmalz und etwas Käse - auf Holzbrettchen serviert!

 

Diese Vesperplatten passen genial zu den unterschiedlichsten Weinen, besonders gut zu Spätburgunder, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder oder einem schönen Blanc de Noir.

 

Laden Sie doch auch einmal Ihre Freunde zu einem privaten Winzerfest ein!

Schön mit karierter Tischdecke und Holzbrettchen, lecker Wein, Rillettes und Aufschnitt.

 

Den Abend werden Sie dann so schnell nicht vergessen - versprochen!


Rotwein aus Frankreich - das Maß aller Dinge?

Rotwein aus Frankreich ist für viele Weintrinker ein Synonym für hochwertigen Wein. Jahrelang wurden die Weine von Produzenten aus Übersee an Spitzenbordeaux gemessen, um zu beweisen, dass der dort produzierte Wein genauso gut sei wie in Frankreich. Diese Bordeauxweine befanden sich jedoch auf einer sehr hohen Preisstufe. 

Im Gedächtnis vieler Weintrinker geistert auch deshalb nach wie vor der Gedanke im Kopf herum, französische Weine seien generell zwar gut, aber eben auch teuer.

 

Für mich als Profi sieht die Sachlage völlig anders aus: In Frankreich finde ich die mit Abstand höchste Dichte an qualitativ hochwertigen Weinen in moderaten Preisgefilden!

 

Gut, diese Weine kommen dann meistens nicht aus dem Burgund oder dem Bordeaux, um nur zwei weltbekannte Anbaugebiete zu nennen. Fündig werde ich an der Rhône, dem Languedoc und dem Pays d'Oc, dem Corbières und dem Roussillon – und das sind nur einige der vielen Anbaugebiete.   Syrah   Grands-Mêres    Corbières    Larzac

 

Es erstaunt mich immer wieder, wie die Winzer des Südens Jahr für Jahr tolle Weine für wenig Geld auf die Flaschen kriegen - auch im internationalen Vergleich die absolute Preisklassenspitze! Es ist für mich immer wieder wie ein Nachhausekommen. Die Kunst der Verfeinerung schwingt bei jeden guten Wein unverkennbar mit, mit Tiefe, Charakter, Tradition, Boden und ganz viel Savoir Vivre.


Oh Schreck, ein Fleck - so bekommen Sie Rotweinflecken sicher raus

Auf Weinproben kommt immer wieder die Frage auf, wie Rotweinflecken am besten zu entfernen seien.

 

Hier eine gut funktionierende Möglichkeit - mit Weißwein!

 

Zunächst saugen Sie mit einem Küchentuch so viel Rotwein wie möglich auf, ohne zu reiben. Dann befeuchten Sie den Fleck mit etwas trockenem Weißwein, am besten mit ordentlich Säure. Dann noch etwas Salz drüberstreuen und 12 Stunden einwirken lassen.

 

Das Wäschestück kommt dann zusammen mit der normalen Wäsche in die Waschmaschine.

 

Fertig!

 

Sie werden diesen Fleck nach der Wäsche vergeblich suchen. Ganz einfach, oder?